Montag, 17. Dezember 2018

Tag 3


Noch ein paar Worte zu Peru, bevor Ihr mit uns weiter reist. Und ich gebe nur das Wissen von Boris, unserem Reiseleiter weiter.
Früher war der Exportschlager Nr 1 die Baumwolle und das Läuseblut. Ihr werdet Euch fragen: Läuseblut? Ja wie kommt denn die schöne Farbe in den Campari? Alles mit dem wunderbaren peruanischen Läuseblut. Angeblich auch heute noch. (Wir sind zu faul zum googeln..... auf so einer Reise muss man dem Reiseleiter auch manche Dinge ungegoogelt glauben.) Heute ist der Exportschlager grüner Spargel, denn Boris aber erst in Deuschland kennengelernt hat.
Der Peruaner fährt gern Auto, kein Problem am Wochenende drei Stunden mit dem Auto nach Süden zu fahren (Norden ist doof, weil es dort an den Stränden keine Infrastruktur gibt.), dann drei Stunden baden und wieder drei Stunden zurück. 















Dabei kommt der in Lima wohnende Mensch vorbei an diversen Gebäuden, die mit dem Abstand zur Hauptstadt immer ärmlicher werden. Es gibt ein Gesetz in Peru, das besagt, wenn du 10 Jahre dich in einer Strohhütte in der Wüste halten kannst, dann gehört dir das Land und du darfst dort ein Haus aus Stein bauen. Das ist die Hoffnung der vielen Menschen, die aus dem Dschungel und den Anden kommen und ein anderes Leben haben möchten. Statistik: Peru ist 3 mal so groß wie Deutschland und hat 13 Mio Einwohner. 30% der Peruaner leben in Lima, 30% verteilt auf andere Städte und Landesteile, 30% in den Anden und 10% im Dschungel. Der nimmt aber fast 50% der Fläche Perus ein. Und diese Missverhältnisse spiegeln sich auch insgesamt in der Lebensweise der Menschen hier wieder. Lange Zeit gab es eine starke Diskriminierung der Anden- und Dschungelbewohner. Heute soll es wohl besser sein, aber Peru hat noch ganz schön an seiner Vergangenheit zu knabbern.

Heute sind wir um 5.30 Uhr losgefahren. Da kann man sich schon mal zu recht fragen, muss das sein? Aber wie der schlaue Reiseleiter schon wusste, dem Jetlag sei dank, wir waren alle putzmunter um 4.00 Uhr und guter Dinge, dass der Tag schon 5.30 beginnt.
Auf der längsten Straße der Welt, der Panamericana gen Süden gefahren.
Kurzes Raststättenfrühstück und dann in die Paracas Bucht. Humboldpinguine, Kormorane; Seelöwen und tausende von anderen Seevögeln. 















Guano, die Vogelkacke sozusagen, ist auch ein Exportschlager. 















Als man entdeckte, dass man damit Kasse machen kann, wurde auf der Insel 30m abgetragen, heute wird nur noch aller sieben Jahre drei Meter Guano abgetragen. Wir haben uns das Ganze vom Wasser aus betrachtet. Trotzdem hat es gestunken wie Naturdünger eben stinkt. 















Der Fahrer unseres Bootes hat sich einen Scherz daraus gemacht, uns pitschepatsche-nass durch die Wellen hin und wieder zurück zu bringen. Bei 30 Grad kein wirklicher grund zur Klage. 















Die Inseln sind schon wirklich beeindruckend. Aber die drei Monate, die es braucht dann tatsächlich den Guana abzubauen (händisch) will ich dort nicht beschäftigt sein.















Weiter geht es zu einer der ältesten Pisco-Brennereien. Das Feuerwasser aus Peru. Eine lustige Verkostung. Im Schnelldurchlauf verschiedene Schnäpse probiert. Aber Pisco sour (mit Limette und Eischnee) ist wirklich am besten, hoch leben die Mixgetränke. Die Herstellung ähnelt dem Grappa, wird aber mit Trauben und nicht nur dem Trester gemacht.
Mittagessen in einem Supermarkt, also nix mit super peruanischer Küche. 
Und dann waren wir in einer wirklichen Oase. Keine Fata Morgana. Wüste rundum, in der Mitte ein See und ein paar Palmen.















Wir sind auf eine Düne gestiegen, wobei das schon ziemlich anstrengend war, um ganz ehrlich zu sein. Unsere Schuhe waren noch nie so voll mit Sand.















Schließlich kamen wir in einem sehr coolen Hotel mitten in der Wüste an. Mit Pool und leckerem Abendessen. Tat gut den Sand im Pool abzuspülen  und jetzt machen wir gleich die Äuglein zu. Was für ein toller Dezembertag

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